Aussichten für die Projektwoche am ersten Tag

Die Projektwoche am Stromberg-Gymnasium ist voll in Fahrt. Die Schüler aller Stufen sind tüchtig am Schaffen in ihren jeweiligen Projekten. Es wird gelacht, gedacht und gemacht.

Was sind ihre Pläne am ersten Tag? Was sind Ansätze, Ideen und Innovationen der Schüler für die Projektwoche?

Mein Zukunfts-Ich

Wie sieht meine Zukunft in 10 Jahren aus? Was sind meine Erwartungen? Wie und wo soll ich leben? Diese Fragen sind für die meisten Schüler nicht immer einfach zu beantworten. Deshalb wird in der achten Klasse während der Projektwoche ein Projekt veranstaltet, welches sich genau mit diesen Fragen beschäftigt und den Schülern eine Option bieten will, ihre Zukunftsvorstellungen auf unterschiedliche und kreative Weise darzustellen. 

Dafür wurden Theaterpädagogen des Schauspiels Stuttgart eingeladen, welche die Kinder durch interaktive Spiele oder auch das Proben von Szenen oder Standbildern mehr für ihre eigene Zukunft begeistern und zum Nachdenken über ihre Zukunft anregen sollen. Das grundsätzliche Ziel des Projekts ist, den Schülern die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Ich und ihr eigenes Leben in der Zukunft mithilfe einer Szene oder einem Standbild darzustellen. Bei der Darstellung haben die Schüler die Wahl und werden nicht auf die Formen der Szene oder des Standbilds festgelegt. Stattdessen ist auch eine Darstellungsform mit Lego oder Knete möglich. So wird auch die Kreativität der Schüler geweckt und sie fühlen sich nicht durch grundsätzliche Regelungen eingeschränkt.

Die Stimmung unter den Schülern ist gut und sie lassen sich auch alle auf die Vorstellungen der Lehrer ein. In der kurzen Zeit, die ich bei dem Projekt verbringen durfte, wurde ein Spiel gespielt, das eine koordinierte und teamfähige Haltung erforderte und eine erste Teambuilding-Phase darstellte. 

Grundlegend beschäftigt sich das Projekt mit der Zukunft des Einzelnen. Man versucht, den Schülern nahezubringen, dass ihre Zukunft wichtig ist und sie sich deshalb schon recht früh mit ihr beschäftigen sollen. Mit diesen Fähigkeiten steigt die Eigenverantwortung der Schüler und sie können sich auch besser einschätzen und ihre Stärken und Schwächen abwägen. Dadurch kann es ihnen in der Zukunft leichter fallen, sich zurechtzufinden und zu organisieren. 

Auch das Arbeiten mit Partnern und in einer Gruppe sind ein großer Bestandteil des Projekts, da die Schüler durch Teambuilding-Maßnahmen und das gemeinsame Erarbeiten eines Produkts das Arbeiten im Team besser lernen sollen. Der letzte Aspekt im Projekt ist die Kreativität der Schüler, da sie sich ein Konzept überlegen sollen, wie sie ihr Leben in der Zukunft darstellen sollen. Hierbei haben sie einen großen Handlungsspielraum, welcher es ermöglicht, eine kreative Lösung für ihre Aufgabe zu erstellen. 

NWT- Projekt „Turm – hoch hinaus“

„Wir hatten einen Turm gebaut, der fast fertig war, den wir aber schlecht fanden. Deshalb haben wir dann nochmal ganz von Neuem angefangen“, so eine Schülergruppe der achten Klasse über den Fortschritt ihres NWT-Projekts zum Junior.ING-Wettbewerb unter dem Motto „Turm – hoch hinaus“.

Mitte Dezember begann die Planung für den Turmbau. Anschließend wurden die Materialien besorgt und dann der Turmbau durchgeführt. Die Projektwoche bietet nun die letzte Möglichkeit, die Projekte fertigzustellen. 

Passend zum Motto der Projekttage am Stromberg-Gymnasium „Wie wollen wir in Zukunft lernen?“ wird bei diesem Projekt auf vollständige Selbstständigkeit gesetzt. So dürfen die Gruppen sich selbst Pausenzeiten setzen und einige Gruppen wollen noch zuhause an ihrem Projekt weiterarbeiten. Dies fördert die Selbstdisziplin, die Planungsfähigkeit und das Zeitmanagement. Das sind wichtige Eigenschaften für das künftige Leben, Lernen und Arbeiten, die durch dieses Projekt vermittelt werden. Und am Ende gibt es die Aussicht auf einen Preis, welcher im März von der Ingenieurkammer Baden-Württemberg vergeben wird.

Anforderungen dafür sind eine Höhe von 70 cm, ein originelles Design mit einer Aussichtsplatte, welche später dazu in der Lage sein soll, ein Gewicht von 500 Gramm zu tragen. Dafür ist eine stabile Konstruktion wichtig, welche beispielsweise durch Dreieckstrukturen herbeigeführt werden kann. Genutzt werden diese bei einem Turmgebilde im Fachwerkstil, auf das eine Gruppe setzt. Andere Gruppen sind etwas mutiger. Sie setzen auf eine Konstruktion, bei der ausschließlich Seile für das Zusammenhalten des Turms zuständig sind.

Bei der Gestaltung gibt es sowohl schlichte Holzbauten als auch bemalte Exemplare. Andere Gruppen kamen auf die Idee, ihre Türme mit LED-Streifen zu verzieren, die sie von zu Hause mitbrachten. 

Man sieht: wenn man den Schülern Freiraum lässt, aber auch die nötige Unterstützung bietet, dann kommen sie auf ausgefallene Ideen, um die Aufgabe umzusetzen. Durch eigenständiges Arbeiten und Planen kommt eine große Bandbreite von Designs zustande. Hierbei lernen die Schüler das eigenständige Lernen und das effektive Zusammenarbeiten in einer Gruppe und werden dadurch für das Arbeitsleben und ihre Zukunft geschult.

Die Toilettenverschönerung 

„Wir müssen die Toilette in einen Dschungel verwandeln.“ Dieses Zitat stammt von der Schülerin Andreea Brumar. Es gibt einen guten Einblick in die Stimmung in dem Projekt für die Toilettenverschönerung: Es sind viel Kreativität und Enthusiasmus für das Projekt spürbar. Andere Ideen waren Vogelgeräusche oder Moos auf den Klodeckeln. Außerdem wollte ein Schüler Lianen an die Decke hängen. 

Die Schülerin Joleen Jordan antwortet in einem Interview auf die Frage „Was denkst du über das Projekt?“ mit „Ich find‘s voll toll, bin in der Kunstgruppe. Wir müssen uns darum kümmern, was die Wände für eine Farbe haben. Jetzt gehen wir zum Globus und holen Ketten für eine Pinnwand.“ Auf die folgende Frage, „Was sind die Pläne für das Projekt?“, wurde mit „Wir bekommen Leinwände. Pläne sind Malen, für ein Geborgenheitsgefühl. Natur“ geantwortet.

Man sieht, das Projekt hat schon früh am ersten Tag eine Sammlung von Ideen aller Art, wie man die Toiletten verschönern und in einen angenehmeren Ort verwandeln könnte. Die Schülerin Isabelle Wittenberg spricht davon, „Ganzkörperspiegel“ in den Mädchenklos zu installieren. Wie es mit der konkreten Umsetzung dieser diversen Ideen aussieht, ist am ersten Tag noch ungewiss. Doch eines ist klar: Die Toiletten wird man nach der Projektwoche nicht mehr wiedererkennen können.

Fokusgruppe

Der Schüler Elija Burkhardt erklärt in einem ausführlichen Interview, was es mit der „Fokusgruppe“ auf sich hat: „Mein Projekt beschäftigt sich damit, wie wir das Lernen mit Kopf, Hand und Herz gestalten können.“

Dabei ist die Fokusgruppe der J1 eine Art „Zusammenfassung“ von anderen Projekten; in den anderen Stufen schaut man sich jeweils einzeln die Aspekte „Ich“, „Wir“ und „Gesellschaft“ an. Die Fokusgruppe beschäftigt sich damit, wie man diese verschiedenen Aspekte mit alternativen Lernansätzen kombinieren kann. Dafür ist als Experte Georgi Panayatov vor Ort, der am „Learnlife“-Center in Barcelona arbeitet. 

„Dort wird etwas anders gelernt.“ Elija erläutert das wie folgt: „Da gibt es den normalen Unterricht, der auch ein bisschen anders stattfindet. Dann gibt‘s nachmittags „Passion“, das ist so ein Zeitblock, da gibt es Theater, Kunst, Technisches mit Arduino, man kann Filme drehen. Es ist ein „open work space“.

Die Fokusgruppe macht in Bezug auf Lernen am Stromberg-Gymnasium auch ihre eigenen Interviews. Diese haben laut Elija folgenden Ansatz: „Welche Probleme hat die Person? Wie will sie sie lösen? Man soll selbst entscheiden, Eigeninitiative und eigenes, bewusstes Lernen entwickeln.“

Die Hoffnungen für das Projekt sind groß: „Ich erhoffe mir eine andere Lernweise, damit ich effizienter lernen kann und mich das Abitur nicht tötet.“ Man merkt, die Furcht vor dem Abitur und Notendruck spielen ebenfalls eine Rolle. 

Hier stellt sich die Frage, ob es in dem „Fokusgruppe“ Projekt auch grobe Ansätze zur Bekämpfung von Schuldruck und Schulstress gibt. Wie könnte man den Schülern nicht nur beim Lernen helfen, sondern ihnen generell „eine Last von den Schultern“ nehmen? Dazu gibt es sicherlich ebenfalls Konzepte vom „Learnlife“-Center. Wir werden den Experten Georgi Panayatov in den kommenden Tagen ebenfalls interviewen, um Fragen zu diesem und anderen Themen zu stellen. Also, bleibt gespannt! 

Berichte und Fotos: Roxanne Aichinger, Alisa Cords, Marlene Meinholdt, Noah Stenzel; Noah Tantner.