Mit Zuversicht in die Zukunft

In der Projektwoche vom 17.-21. Februar stellen sich die Schülerinnen und Schüler des Stromberg-Gymnasiums die Frage: „Wie wollen wir in Zukunft gut und gesund miteinander leben und lernen?“

Klimakrise, Krieg in der Ukraine, Nahostkonflikt, Inflation, Bruch der Ampelkoalition, Neuwahlen – man schlägt die Zeitung auf und es hagelt Negativschlagzeilen. Angesichts dieser zahlreichen Problemherde befällt den ein oder anderen ein Gefühl der Ohnmacht. Die Zukunft scheint nicht mehr mit Logik oder alten Gewissheiten greifbar, sie erscheint nicht einfach mehr als „verlängerter Arm“ der Vergangenheit. Schulleiterin Katja Kranich sieht diese Unbestimmtheit aber gleichzeitig als Chance: „Wenn wir Menschen mental stark und gesund sind, können wir genügend Vertrauen in uns selbst und damit Zuversicht aufbauen, dass es uns gemeinsam gelingt, wesentliche Dinge, die uns als Gesellschaft tragen, gemeinsam neu zu denken und zu gestalten.“ In diesem Sinne eröffnet die Projektwoche den Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen die Gelegenheit, sich mit Fragen rund um die Themen „Selbstfürsorge“, „das soziale Miteinander“ und die „Verantwortung in der Gesellschaft und für unsere Erde“ auseinanderzusetzen.

Zielen die Angebote der Unterstufe insbesondere darauf ab, sich selbst besser kennenzulernen und den eigenen Lernweg am Stromberg-Gymnasium zu visualisieren, ist der Fokus in Klasse 7 auf die Interaktion in der Gruppe gerichtet. Mit Hilfe des Design Thinking-Prozesses – eine der bekanntesten Methoden, kreativ etwas Neues zu gestalten – wird gemeinsam überlegt, wie die Klasse zu einer Umgebung werden kann, in der sich jeder wohlfühlt. Die Schülerinnen und Schüler der achten Klasse entwickeln in Kooperation mit Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen des Stuttgarter Staatstheaters Standbilder und kleine Szenen, wie sie sich ihr eigenes Leben in zehn oder zwanzig Jahren vorstellen. In den Klassen 9 und 10 weitet sich der Blick über die eigene Bezugsgruppe hinaus auf das Zusammenwirken einer funktionierenden Gesellschaft. Ein Großteil der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler hat sich dazu für ein Sozialpraktikum angemeldet, bei dem sie einen Einblick in Berufe der kritischen Infrastruktur – die „Zusammenhalter“ unserer Gesellschaft – erhalten. Sie können über eine Woche hinweg Menschen begleiten, die ihre Verantwortung in der Gesellschaft zu ihrem Beruf gemacht haben. Auf der anderen Seite kommen die Schülerinnen und Schüler mit Menschen in Kontakt, die in besonderem Maße auf ein soziales Miteinander angewiesen sind, wie es zum Beispiel durch ein Praktikum bei der „Tafel Vaihingen an der Enz“ möglich ist.

Erleben, Begreifen, Anfassen werden in der kommenden Projektwoche am Stromberg-Gymnasium groß geschrieben (Bild: Collage aus einem Deeper-Learning-Workshop).

Die Klassenstufe 10 hingegen widmet die Projekttage den „Future Skills“. Durch die Entwicklung von eigenen Projektideen auf der Basis der Nachhaltigkeitsziele der UN gestalten sie in Kleingruppen kreative Lösungsstrategien für Probleme unserer Gegenwart. Damit bildet das Projekt „Future Skills“, das schon mehrfach am Stromberg-Gymnasium durchgeführt wurde, das Motto der gesamten Projekttage im Kleinen ab: Die Schülerinnen und Schüler bringen ihre Stärken in eine Gruppe ein und entwerfen zu komplexen Problemen unserer Zeit wie Klima, Armut oder Ungleichheit innovative Produkte. Dieser Prozess öffnet die Tür, sich mit Blick auf das eingangs gezeichnete Negativbild der Zukunft als proaktiv und handlungsfähig zu erleben. Mit Blick auf das näher rückende Abitur, dessen Absolvierung zur Gestaltung der eigenen Zukunft befähigt, konzentrieren sich die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe in unterschiedlichen Projekten wieder stärker auf ihren eigenen Weg. Jede Klassenstufe und jeder einzelne begibt sich in dieser Woche auf ganz unterschiedliche Weise auf die Suche nach der eigenen Vorstellung von der Zukunft.  In der Gesamtschau ergeben  die Aktivitäten der einzelnen Klassenstufen  eine ganzheitliche Lernreise, die auch zukünftige Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 durch ihre gesamte Schulzeit am Stromberg-Gymnasium führen soll. 
Am Ende steht das anlässlich des fünfundzwanzigjährigen Jubiläums stattfindende Schulfest, bei dem die in dieser Woche entworfenen Ideen, Vorstellungen und Erkenntnisse innerhalb der Schulgemeinschaft geteilt werden. Eine Möglichkeit, bei der nicht nur gefeiert, sondern klassenstufenübergreifend miteinander und voneinander gelernt werden kann. Eine Fähigkeit, die laut Kranich in der Zukunft Grundlage dafür ist, „an neuen Lösungen zu arbeiten.“

Bericht: Jk, Foto: Kc