Der Stromberg-Nachmittag gewährt einen Einblick in die vielfältigen Angebote des Gymnasiums im Nebenweg
Gerade noch haben die Viertklässlerinnen und Viertklässler gebannt auf ihre Halbjahresinformationen geblickt, da steht schon eine wichtige Entscheidung an: Wo wird ab September die Schulbank gedrückt? Welche weiterführende Schule kommt den eigenen Begabungen und Interessen am meisten entgegen? Am besten, man schaut mit seinen Eltern persönlich an den Vaihinger Schulen vorbei und nimmt die verschiedenen Angebote in Augenschein. Das Stromberg-Gymnasium öffnete kürzlich im Rahmen des „Stromberg-Nachmittags“ seine Pforten.

Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte die Big Band unter Leitung von Musiklehrer Patrick Stein sowie die Differenzierungsgruppe „Let’s Cheer“ der Klassenstufen 5 und 6 unter Leitung von Sportlehrerin Stefania Eichinger. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Schulleiterin Katja Kranich und ihren Stellvertreter Roland Wirth nahmen die zahlreichen Besucherinnen und Besucher den Schwung, den die musikalische Eröffnung mit sich brachte, direkt in den Stationenrundlauf mit und erkundeten die verschiedenen Angebote des Stromberg-Gymnasiums.
In insgesamt elf verschiedenen Räumen erhielten die Besucher einen Einblick in das breite Angebot der Schule, das von Lehrkräften und Schülern präsentiert wurde. Hielt ein Teil der Stationen ausführliche Informationen über die Schule für Eltern und Kinder bereit, so bot sich den Viertklässlerinnen und Viertklässlern an etlichen Stationen auch die Gelegenheit, bestimmte Bereiche des Schullebens eigenständig zu entdecken. Für das Gelingen des Rundlaufs sorgten engagierte Lehrkräfte, motivierte Fünftklässlerinnen und Fünftklässler sowie hilfsbereite Schülerpatinnen und Schülerpaten, die die Kleingruppen begleiteten und als Ansprechpartner dienten. Die Angebote der unterschiedlichen Räume zeigten vor allem auf, welche individuellen Schwerpunkte Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer Schullaufbahn setzen und wie sie sich schon von Beginn an als selbstwirksam erfahren können, indem sie sich ihrer individuellen Stärken bewusst werden und sich damit ins Schulleben einbringen.

In Bezug auf das pädagogische Konzept betonte Schulleiterin Katja Kranich, dass in allen Fächern die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen gefördert werden soll und ein Fokus auf „den ‚4 Ks‘ liegt – Kommunikation und Kollaboration, kritisches Denken und besonders Kreativität. Deshalb führt die Schule systematisch zunächst kleinere, später immer umfangreichere Deeper-Learning-Projekte durch, in denen die Schülerinnen und Schüler sich selbst für sie relevante Problemstellungen auswählen und bearbeiten und dabei von Lehrkräften als Coaches begleitet werden. Der Direktorin ist es wichtig, mit ihrem Kollegium eine Lernumgebung zu schaffen, die den Anforderungen der modernen Welt gerecht werden kann. Die innovativen Elemente, die an der Schule in Form der Differenzierung, des Projektunterrichts und des Stärkenkompasses jetzt schon vorzufinden seien, entsprächen zudem den vom zukünftigen G9 geforderten Änderungen. So könne man diesen auch gelassen entgegensehen, versicherte Kranich den Eltern.
Auch Demokratiebildung soll mit der Umstellung auf G9 noch stärker in den Schulen verankert werden. Bei der Station zum schulischen Miteinander erfuhren die Eltern, wie Schülerinnen und Schüler sich in der Schülermitverantwortung (SMV) und in der Streitschlichtung genau dafür engagieren können. Für das Miteinander und eine gelingende Ankunft an der Schule ist aber auch das von Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern betreute Patenprogramm ganz zentral. Es hat zum Ziel, dass frischgebackene Fünftklässlerinnen und Fünftklässler einen Ansprechpartner haben, der ihnen in der neuen Lernumgebung mit einem offenen Ohr zur Seite stehen kann. In der LiSa-Lernbegleitung helfen Schülerinnen und Schüler anderen Lernenden in Kernfächern, in denen sie zusätzliche Hilfe benötigen. Während die Eltern einen Überblick über diese verschiedenen Angebote bekamen, konnten die Schülerinnen und Schüler in der Biologie ihren Forscherdrang ausleben, indem sie Fauchschaben beobachteten oder Flöhe und Libellen unter Mikroskopen untersuchten.

Der Fokus auf der Stärkenorientierung zeigte sich bei der Station, die die Fachschaft Musik unter Beteiligung einiger Schülerinnen und Schüler vorbereitet hatte: Im Musikraum wurde gesungen, getrommelt und getanzt und es wurde schnell klar, dass schon einige musikalische Talente unter den Grundschülern schlummern, die sich im Orchester oder der Big Band entfalten könnten. Aber auch das schuleigene Differenzierungskonzept lädt dazu ein, eigenen Interessen nachzugehen und diese weiterzuentwickeln. Ob schauspielern, filmen, programmieren, ob Ballsport oder Entspannungstechnik – für jeden ist etwas dabei. Eine kleine Kostprobe erhielten die zukünftigen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten während des Mini-Theaterstücks mit dem Titel „Die launische Prinzessin“, aufgeführt von der Differenzierung „Auf die Bühne, fertig, los!“, während die Eltern sich über das Bilinguale Profil informierten. Dieses ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der englischen Sprache: Zusätzliche Englischstunden in Klasse 5 und 6 legen ein gutes Fundament, auf dem ab Klasse 7 aufgebaut werden kann. Dann lernen die Schülerinnen und Schüler auch in verschiedenen Sachfächern auf Englisch, wobei sich die Fächer Geographie, Geschichte, Biologie und Gemeinschaftskunde in den einzelnen Klassenstufen abwechseln.

Aber nicht nur, ob sich für eine Schülerin oder einen Schüler die Wahl des bilingualen Profils empfiehlt oder nicht, sind entscheidende Fragen zur Gestaltung der eigenen Schullaufbahn: Ab Klasse 8 können die Schülerinnen und Schüler durch eine weitere Profilwahl entscheiden, ob sie Naturwissenschaft und Technik (NwT) als zusätzliches Fach belegen oder ihre Fremdsprachenkenntnisse vertiefen wollen. Von beiden Möglichkeiten konnten die interessierten Eltern und Kinder an jeweils einer Station einen Eindruck gewinnen. Während der MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) seine Projekte vorstellte, luden die Fachschaften für Englisch, Französisch und Spanisch zusammen mit sprachbegeisterten Schülerinnen und Schülern zu einer kleinen Sprachenreise ein. Ob nach Frankreich, England oder Spanien, ob in der Gruppe oder individuell – insbesondere das Erasmus+-Zertifikat der Schule eröffnet viele Wege zur Entdeckung anderer Länder. Dieses renommierte EU-Förderprogramm unterstützt den Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen schulischen Bereichen auf europäischer Ebene – organisatorisch und finanziell. Wer Sprachen gerne lernt und die Kultur anderer Länder kennenlernen will, ist hier also genau richtig.
In ihrer Gesamtheit bildeten die verschiedenen Stationen das ab, was Schulleiterin Katja Kranich zum pädagogischen Konzept des Stromberg-Gymnasiums erläuterte: „Schule ist ein sozialer Raum, ein Prototyp für die Gesellschaft, in dem man auf individueller Ebene Selbstständigkeit erlernt, ebenso aber auch, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in dem man sich gegenseitig unterstützt und gemeinsam Entscheidungen trifft.“
Bericht: Jk/Sy, Fotos: Er




